Architektur

Mitten im  Thuner Schadaupark befindet sich die von Karl Keller gebaute Rotunde aus den 60er Jahren. Mit seiner Backsteinfassade ist der eigens für das Panoramagemälde gefertigte Rundbau eine Erscheinung im Park. Im Jahr 2014 wurde die Rotunde saniert und mit einem neuen Erweiterungsbau der Architekten Graber & Steiger wieder eröffnet.

Aussenansicht, Foto: Dominique Marc Wehrli

Aussenansicht, Foto: Dominique Marc Wehrli

Innenansicht, Foto: Christian Helmle

Innenansicht, Foto: Dominique Marc Wehrli

Aussenansicht, Foto: Christian Helmle

Bereits 1953 skizziert Thuns Stadtbaumeister Karl Keller (1920–2003) erste Entwürfe für ein neues Panorama-Gebäude. Der Bau wird 1960/1961 realisiert. Als Vorlage dient der ehemalige Präsentationsbau des Rundbildes in Basel, ein schlanker Turm auf kreisrundem Grundriss. Keller entschied sich für eine zeitgemässe Materialwahl und reduzierte die Form auf Situation und Funktion. Ein Stahlbetonskelettbau markiert die Form der Rotunde und die roten Backsteine als Fassadenelemente verweisen dezent auf das Schloss Schadau, welches unweit der Rotunde zu finden ist. Auch innen wählt Keller neue Mittel: Die kreisförmige Lichtöffnung ermöglicht eine zentrale Beleuchtung, ausserdem verändert er die Besucherführung. Mit der Zuschauerkanzel, welche über vier Ebenen geht, ermöglicht er den Besucherinnen und Besuchern sowohl einen Überblick als auch die Fokussierung auf Details des Bildes.

2009 entschied die Einwohnergemeinde der Stadt Thun, die Infrastruktur mit einer Erweiterung zu modernisieren. Das Luzerner Architekturbüro unter Niklaus Graber und Christoph Steiger gewann den Studienwettbewerb mit ihrem Projekt HIROBA (jap. Platz). Der eingeschossige Flügelbau greift die Idee der geschlossenen Rotunde auf und kehrt sie um. Während der introvertierte Rundbau seiner Funktion folgend die reale Umgebung zugunsten der virtuellen Realität des Panoramabildes ausblendet, strahlt der Anbau mit seiner Fensterfront offen und einladend in seine Umgebung aus. Im Neubau befinden sich neu der Eingangsbereich, eine kleine Bistro-Ecke und ein Laden sowie eine Ausstellungsfläche, welche für Veranstaltungen und Wechselausstellungen genutzt werden kann. Mit dem Erweiterungsbau wurde die Rotunde saniert und erdbebensicher gemacht, zudem wurden Details bei der Präsentation des Rundbildes geändert, wie eine neue Art Baldachin mit integrierter Beleuchtung. Die einjährige Bauzeit wurde im September 2014 abgeschlossen.