Thomas Flechtner – Sakura


6. November 2003 – 11. Januar 2004, Vernissage: 5. November, 19 Uhr


Sakura, 2003, Fotografie
Der im Neuenburger Jura lebende Thomas Flechtner ist dem Publikum als Fotograf bekannt. Seine Bilder sind durch verschiedene Ausstellungen oder durch das viel beachtete Buch Snow bekannt geworden. Für die aktuelle Ausstellung im Thuner Projektraum enter arbeitet Thomas Flechtner mit Video und somit mit einem für ihn noch neuen künstlerischen Medium. Indem er vom statischen zum bewegten Bild wechselt, nimmt er ein gewisses Risiko auf sich. Damit erfüllt sich aber die kuratorische Idee des Projektraumes aufs Beste, denn so wird er zum Labor für noch nicht abgesicherte Projekte.

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Edit Oderbolz


2. Oktober – 2. November 2003, Vernissage: 1. Oktober 2003, 19 Uhr


o. T., 2003, Installationsansicht im Kunstmuseum Thun
Statt Backstein und Mörtel sind es Wollfäden und Nägel, mit welchen Edit Oderbolz (Basel *1966) Räume im Raum entstehen lässt. Erst ist es die Zeichnung, die Netzstruktur von Fäden, welche sich über die reale Wand ausbreitet um sich schliesslich als neue räumliche Grenze zu manifestieren. Die Wände zeigen einen perspektivischen Raum, die Wahrnehmung wird irritiert.

Stein auf Stein sind als Fadenzeichnung abzulesen; diese minimale, auf wenig Material reduzierte Geste verblüfft angesichts der für die Betrachtenden wahrnehmbaren Illusion des Sichtbaren.

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Loredana Sperini


3. Juli – 17. August 2003, Vernissage: 2. Juli 2003, 19 Uhr


o. T., 2003, Stickerei
Loredana Sperini arbeitet mit Nadel und Faden. Auf gestärkte blütenweisse Stoffe wie Servietten oder Kissenbezüge stickt sie befremdende Bilder. Ihr Schaffen hat nichts mit braver Frauen-Handarbeit zu tun und läuft den Vorstellungen zuwider, die mit ihrem Arbeitsmedium verknüpft sind. Beistelltischchen dienen als Präsentationsfläche für ihre bestickten Servietten, Tücher oder Kissenbezüge. Schneeweiss, gestärkt und gebügelt liegen sie dort, scheinbar harmlos und doch erschreckend bei genauerer Betrachtung.

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Philippe Winninger


9. Mai – 1. Juni 2003, Vernissage: 8. Mai 2003, 19 Uhr


Aire de Repos, 2003
Philippe Winninger ist ein ganz spezieller Migros-Kunde. Vielleicht hat man sich Konzern intern sogar auch schon Gedanken über ihn gemacht, denn Kunde Winninger kauft mit seiner Cumulus-Karte ausschliesslich Plastikgegenstände – Becher, Kübel, Spielzeug, Bälle, Löffel – und dies in immensen Mengen. Milch und Schoggi kauft er übrigens auch in der Migros, dies aber ganz anonym, ohne den Einsatz der „Kundenüberwachungs-Karte“.

Die erstandenen Plastik-Produkte dienen dem Künstler als Arbeitsmaterial. Aus unzähligen Einzelteilen bunter Objekte baut er komplexe Raumstrukturen. Alles ist mit grösster Sorgfalt aufgetürmt. Das Resultat ist äusserst fragil.

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Franziska Koch


3. April – 4. Mai 2003, Vernissage: 2. April, 19 Uhr


Installationsansicht
Franziska Koch konfrontiert uns mit einem irritierenden Bild: ein Mann reitet auf einer Frau. Als Schatten bewegen sich die beiden Figuren über die Wand, mal langsam, mal schneller, vor und dann wieder zurück. Melancholische, leicht aus dem Rhythmus geratene Countrymusik-Klänge begleiten die Szene, eine poetische Wandmalerei umrahmt das Bild. Sind wir berührt, amüsiert, abgestossen, verwirrt? Die Empfindungen wechseln sich ab, vermischen sich – es wird kaum jemandem gelingen, indifferent zu bleiben.

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Regula Engeler
Trailer #1


6. – 30. März 2003, Vernissage: 5. März 2003, 19 Uhr


Trailer #1, 2002, Filmstill
Der Titel hält nicht was er verspricht: Trailer #1 nennt Regula Engeler ihren neuen Super-8-Film, den sie im Kunstmuseum Thun in einer Doppelprojektion zeigt. Der Begriff Trailer verspricht ein kurzweiliges Konzentrat von den – auf wenige Minuten zusammengeschnittenen – spektakulärsten Momenten eines Kinofilms. Küsse, Explosionen, Tränen und Schreie lösen sich in schnellster Folge ab. Alles ist nur darauf angelegt, uns den Film schmackhaft zu machen, unsere Neugierde und Lust auf mehr anzustacheln, damit wir beim nächsten Kinobesuch dem durch den Trailer angepriesenen Streifen den Vorzug geben.

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Samuel Blaser
Zeichnungen


6. Februar – 2. März 2003, Vernissage: 5. Februar 2003, 19 Uhr


o. T., 2002, Zeichnung
Alles verschwamm mehr und mehr. Der Blick, in ein wattiges Nichts gehend, brach sich leicht zum Schlummer. Ein Frösteln begleitete den Augenblick des Hinübergangs, doch gab es dann kein reineres Schlafen als dieses hier in der Eiseskälte, dessen Traumlosigkeit von keinem unbewussten Gefühl organischer Lebenslast berührt wurde, da das Atmen der leeren, nichtig-dunstlosen Luft dem Organismus nicht schwerer fiel als das Nichtatmen der Toten. (Thomas Mann, Der Zauberberg, Frankfurt a. M., 1987, S. 497)

Der Berner Künstler Samuel Blaser (*1973) präsentiert im Kunstmuseum Thun eine Serie von jüngst entstandenen Zeichnungen. Die einzelnen Blätter sind autonome Kunstwerke und werden gleichzeitig durch ihre Anordnung im Raum zu Teilen einer Installation.

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