Ana Roldán


28. Oktober – 21. November 2004, Vernissage: 27. Oktober 2004, 19 Uhr


Ana Roldán, Es war einmal, Installation im Kunstmuseum Thun, 2004
Es war einmal.
Ein wunderschöner Tag.
Mit einem Baum und einem grossen Stein.
Als plötzlich ein goldener Vogel kam.
Dann wurde es nie mehr Nacht.


„Es war einmal“, mit dieser Formel beginnen Märchen. Die Künstlerin verwendet den sprachlichen Code für ihren Text an der Wand, um eine Stimmung, Bilder, Erinnerungen an Gutenachtgeschichten der Kindheit zu beschwören. Ana Roldán erzählt das Märchen zu Ende. Aber endet es gut, wie es sich gehören würde? „Dann wurde es nie mehr Nacht“ kann ebenso eine Glücksverheissung wie ein Schreckensszenario sein. Diese Ambivalenz zieht sich durch die gesamte Rauminstallation.

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Olaf Nicolai
„Odds and Ends“ – Editionsraum


24. September – 24. Oktober 2004, Vernissage: 23. September 2004, 19 Uhr


Blüte, 1996/98
Für einmal stellt im Projektraum enter mit Olaf Nicolai ein international bekannter Künstler aus. Durch das unprätentiöse Format, in dem er sein Schaffen präsentiert, fügt sich „Odds and Ends“ sehr schön ins Programm dieses experimentellen Ausstellungsraums ein.

Der in Berlin lebende Künstler Olaf Nicolai (D *1962) war letztes Jahr im Rahmen der Gruppenausstellung „Gesellschaftsbilder“ bereits im Kunstmuseum Thun präsent. Mit „Odds and Ends“ stellt er eine Auswahl von Editionen vor, das heisst Arbeiten, die in einer grösseren oder kleineren Auflage produziert wurden und somit keine Unikate sind. Olaf Nicolais Editionen stehen aber in direktem Bezug zu grösseren Projekten oder Installationen des Künstlers, indem sie diese repräsentieren oder als Gebrauchsanweisungen zu deren Realisation dienen können. Der Editionsraum gleicht einer „Retrospektive aus der Box“, durch die en miniature konzeptionelle und formale Beziehungen zwischen verschiedenen Arbeiten nachvollziehbar werden. Im Arrangement von Tapeten, Kleidungsstücken, einem Teppich oder Parfüm, Plakaten, Publikationen und Souvenirs erscheint „Odds and Ends“ als ein privates Interieur on display. Verschiedene der Editionen haben auch einen interaktiven Ansatz, indem man die Objekte benutzen kann: T-Shirts zum anziehen, Hefte für Kinder zum ausmalen oder Streichhölzer zum verbrauchen. Durch den alltäglichen, zuweilen fast schon beiläufigen Charakter der Editionen befreit sich die Kunst von ihrer Aura.

Christine Streuli


29. April – 23. Mai 2004, Vernissage: 28. April 2004, 20 Uhr


Spa, 2004, Lack auf Baumwolle
Irgendwo zwischen Pop und Barock möchte man die Bildwelten von Christine Streuli verankern und hat doch Mühe, sie unterzubringen und zu benennen. Wir können punktuell Verbindungen zur sichtbaren Realität herstellen, wenn wir da eine Blume, dort etwas Figürliches erkennen, doch geben diese Bezüge wenig Halt beim Lesen der Bilder. Die visuelle Sprache ist aus der Wahrnehmung und Speicherung von äusseren und inneren Bildern gespeist, verselbständigt sich aber beim Übergang ins gemalte Bild. Genauso wie die Motive so liefern die rätselhaften Bildtitel nur Assoziationen. Christine Streulis Bilder sind Seherlebnisse, denen es sich möglichst unvoreingenommen hinzugeben gilt.

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Jérémie Gindre
Magnus bachae misterium


26. März – 25. April 2004, Vernissage: 25. März 2004, 19 Uhr


Magnus bachae misterium, Installationsansicht im Kunstmuseum Thun, 2004
Jérémie Gindre (*1978) wäre eigentlich ein grosser Geschichtenerzähler, doch seine Narrationen verstricken sich in Ungereimtheiten. Die Widersprüchlichkeit seiner Rekonstruktionen bietet die Gelegenheit, über unsere gesellschaftlichen Kommunikationsformen zu reflektieren.

Mit seinem Projekt im Kunstmuseum Thun befragt der Genfer Künstler museale Ausstellungsformen und die Beziehung zwischen Betrachter und Exponat, die sich aus der klassischen Präsentation und den entsprechenden Verhaltensregeln in Kunstinstitutionen ergibt. Der Künstler überhöht und unterläuft mit der Inszenierung seiner „Magnus bachae misterium“ (Der Künstler geht vom Französischen "La grande bâche mystérieuse" (Die grosse mysteriöse Plane) aus, welche er auf seine Weise ins Latein überträgt.); diese Mechanismen; dabei bleibt in der Schwebe, was in seiner pseudomusealen Präsentation irritierender wirkt: das „wie“ oder das „was“.


Grandprix


30. Januar – 7. März 2004, Vernissage: 29. Januar 2004, 19 Uhr


Grandprix, 2004, Fotografie
Grandprix ist ein Projekt von 12 Künstlerinnen und Künstler und besteht aus 12 x 12 Fotografien. Grandprix ist eine Künstleredition von kleinformatigen Fotocouverts und eine private Fotosammlung in Taschenformat. Im Kunstmuseum Thun wird Granprix zur Ausstellung, in der die 144 Bilder öffentlich gemacht werden. Grandprix ist kein Wettbewerb sondern es geht darum, der Vielfalt fotografischer Artikulationen zum Sieg zu verhelfen.


Beteiligte Künstlerinnen und Künstler
Renate Buser, Christine Camenisch, Vincent Chablais, Hans-Jürg Kupper, Claudio Moser, Ursula Mumenthaler, Corina Bezzola, Clara Saner, Hildegard Spielhofer, Véronique Zussau

Projektverantwortliche
Urs Aeschbach und Cécile Hummel