Anne-Julie Raccoursier


3. November – 4. Dezember 2005


Effaroucheur, 2005, Videostill
Effaroucheur bezeichnet auf französisch ein Gerät zur Abschreckung von Vögeln und anderen schädlichen Tieren. Die Sirenen sind kleine handliche Vogelscheuchen und verbreiten einen digitalen Sound, der die Vögel nicht nur vom Obstgarten, sondern beispielsweise auch von Flughäfen und da von den Düsen der Flugzeuge fernhalten soll. Im Zusammenhang mit der Vogelgrippe erhalten Effaroucheurs eine ganz neue Bedeutung, eine Ausdehnung ihres Einsatzbereiches ist denkbar.

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Körner Union – We do wie du


1. Oktober – 30. Oktober 2005


1999 haben sich die drei jungen Westschweizer Künstler Sami Benhadj, Tarik Hayward und Guy Meldem – damals noch Studenten an der École cantonale d’art von Lausanne – zur Körner Union zusammengeschlossen: Ein Schmelztiegel aus geteilten Ideen und Werkzeugen, mit dem Ziel, die eigene künstlerische Produktion voranzubringen und weiterzuentwickeln sowie gemeinsame Arbeiten zu entwickeln. Körner Union sind aktiv in vielen verschiedenen Bereichen der Kunst und des Designs.

Matteo Terzaghi & Marco Zürcher


10. Juli – 18. September 2005


Installationsansicht Kunstmuseum Thun
Die beiden jungen Tessiner Künstler haben ein besonderes Faible für Bücher und Illustrationen, was nicht zuletzt mit ihren beruflichen Erfahrungen in der visuellen Gestaltung und im Verlagswesen zusammenhängen mag. Ihr Bild- und Textmaterial schöpfen sie aus Zeitschriften, Familienalben, Literatur oder Sachbüchern. Die gefundenen Buchstaben, Wörter, Sätze, Abbildungen und Fotografien fügen sie neu zusammen, indem sie verbale und bildliche Elemente übereinanderlegen, semantische Ebenen vermischen, neue Assoziationen generieren und so überraschende Beziehungen herstellen. Dabei scheinen sie in ihrem Sammeln von einer beinahe kindlichen Neugier auf die Welt geleitet.

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Stefan Guggisberg – Zeichnungen


26. Mai – 19. Juni 2005


o.T., 2005, Zeichnung
Stefan Guggisberg präsentiert im Projektraum enter eine neue, eigens für die Ausstellung geschaffene Werkgruppe. Die grossformatigen Zeichnungen zeigen je eine tanzende Figur: Frauen und Männer springen in die Luft, drehen sich um die eigene Achse, fallen auf die Knie und winden ihre Glieder. Die Bewegungen sind nicht gerade das, was wir Gesellschaftstänze nennen, aber auch mit einer Dancefloor-Selbstdarstellung haben sie nichts gemein.

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Mirjam Helfenberger


29. April – 22. Mai 2005


Lampions, 2004, Öl auf Baumwolle
Im Zentrum der Ausstellung steht ein grossformatiges Bild mit einer Unzahl von roten Lampions, die an Bäumen im dunklen Nachthimmel hängen. Ein Windstoss scheint durch die orange leuchtenden Kugeln zu fahren und diese zum Schwingen zu bringen, wodurch sich eine elektrisierende, schwüle, fast fiebrige Stimmung breit macht. In dieser Arbeit treffen sich einige wichtige Parameter von Mirjam Helfenbergers Malerei: die stimmungsmässige Fragilität, die Verdichtung des Momentes, die Bedeutung von Licht und Zeitlichkeit. Ausgehend von der sichtbaren Realität, versucht die Künstlerin die Bilder auf eine andere Ebene zu transponieren.

Mirjam Helfenberger (Lausanne *1966) hat an der Hochschule für Gestaltung in Bern studiert und lebt und arbeitet in Thun.

Urs Zahn – Neue Mustervorstellungen
(Hinweis: da waren noch Büsche)


10. März – 3. April 2005


Neue Mustervorstellungen, 2005
Der Künstler Urs Zahn liefert seinem Publikum einen freundlichen Hinweis: „da waren noch Büsche“. Tatsächlich aber ist seine in Klammern gesetzte Anmerkung zum Ausstellungstitel für die Interpretation vorerst eher verwirrend als hilfreich. Typografisch bleibt ein solcher Zusatz ungewohnt, inhaltlich unverständlich. Die Büsche führen in ein Dickicht von Assoziationen, wie zum Beispiel Unterholz, Verästelungen, Waldrand oder Laub. Diese assoziierten Begriffe sind Bestandteil der neuen Mustervorstellungen, wie der Künstler die Ausstellung nennt. Und Urs Zahn hält, was er im Titel verspricht: Er entwirft ein Zeichensystem, das neu ist und in dem jedes Objekt als Muster für das nächste gelten kann. Nach einem komplexen Schema verliert Urs Zahn zuerst sein Motiv, um letztlich doch ein Bild zu gewinnen.

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re.to


4. Februar - 6. März 2005


Installationsansicht, Neuschnee 030 205, 2005, Klebepunkte
re.to versteht sich als Maler, auch wenn er heute nicht mehr im eigentlichen Sinn Bilder malt. Er hat die Flächen, Linien und Farben der Malerei aufgegeben, um sich auf den Punkt als Arbeitsmaterial zu konzentrieren. Dennoch ist er kein Performer und er interessiert sich nicht für Happenings. Seine Arbeit ist nicht primär eine Rauminstallation, sondern ein Bild, eine Komposition.
Neuschnee 030 205 fügt aus rund 3000 Klebepunkten zusammen. re.tos Motiv ist das Schneegestöber, doch er nähert sich ihm nicht figürlich. Die Punkte sind dem Künstler kein Ersatz für Linien, Schneehaufen sind keine zu sehen, es liegen auch keine Flocken auf dem Boden, sie sammeln sich nicht zu Haufen am Fuss der Wände. Neuschnee 030 205 ist vielmehr die visuelle Wiedergabe eines Gefühls von Schneegestöber. Erst der Titel legt eine Fährte hin zum Schnee.

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