labor - Eine Ausstellungsreihe zu künstlerischer Forschung
Der Projektraum enter im Kunstmuseum Thun wird während eines Jahres zu einem Labor und beschäftigt sich mit Forschung, die von Künstlerinnen und Künstlern betrieben wird: Was kann künstlerische Forschung sein? Wie forschen Kunstschaffende? Welche Themen werden erforscht? Wird die Kunst zum Instrument der Forschungstätigkeit oder bleibt sie Resultat? Wie werden die in den Projekten erzielten Ergebnisse von den Praxis- und Forschungspartnern in Wirtschaft, Politik oder Gesellschaft verwertet? Und welchen gesellschaftlichen Status nimmt die künstlerische Forschungstätigkeit ein?
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labor 5: Ulrich Görlich / Meret Wandeler
Archiv des Ortes. Sammelstrategien für ein fotografisches Archiv zur Raumentwicklung
10. Dezember 2011 – 22. Januar 2012
Unsere Landschaften und Siedlungsgebiete befinden sich in einem konstanten Veränderungsprozess. Dörflich geprägte Gemeinden entwickeln sich zu reinen Agglomerationen von benachbarten Grossstädten, gänzlich unbesiedelte Flächen verschwinden mit der "urbanen Durchdringung" mehr und mehr. Wie dies genau vor sich gehen kann zeigen Meret Wandeler und Ulrich Görlich in ihrem vom Schweizerischen Nationalfonds unterstützten Forschungsprojekt Archiv des Ortes. Sammelstrategien für ein fotografisches Archiv zur Raumentwicklung anhand von zwei Kulturräumen – der an Zürich angrenzenden Gemeinde Schlieren und dem Gebiet zwischen St. Moritz und Maloja im Oberengadin – exemplarisch auf. Als Projektpartner konnten sie dafür die Graphische Sammlung der Schweizerischen Nationalbibliothek gewinnen.
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labor 4: Jörg Köppl: Ich höre deine Stimme in meinem Kopf
24. September – 20. November 2011
Jörg Köppls eigens für die Ausstellung entwickelte Arbeit kreist um die Bemerkung von Johann Gottfried Herder, dass der hebräischen Schrift die Vokale fehlten, weil der Lesende seinen Atem ins geschriebene Wort einfüge und dieses nur so wiederbelebt würde. Mit der tatsächlichen Trennung von Vokalen und Konsonanten in der Audioinstallation überträgt der Künstler die schriftliche Aufzeichnung in eine Tonaufnahme und evoziert eine Wahrnehmungsverschiebung von Sprache. Inhaltlich geht Jörg Köppl so gleichzeitig der Frage nach, wie sich Besucher Audioinstallationen aneignen, sich in ihr verhalten oder an was sie sich erinnern.
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labor 3: Hannes Rickli. Kunst mit Experimentalsystemen
11. Juni – 4. September 2011
In der dritten Ausstellung der Ausstellungsreihe labor zeigen wir ausgewählte Arbeiten von Hannes Rickli aus seinem Forschungsprojekt Überschuss – Videogramme des Experimentierens.
Grundlage für Hannes Ricklis Videogramme bildet das audiovisuelle Material, das in biologischen Laboratorien in Verhaltensexperimenten mit Fischen oder Insekten mit Hilfe von Mess-, Steuer- und Kontollapparaturen erzeugt und aufgezeichnet wird. Nach der naturwissenschaftlichen Auswertung findet dieses Material gemeinhin keine Verwendung mehr und verschwindet als Überschuss aus der gewöhnlichen Zirkulation der Bilder. Für seine künstlerischen Arbeiten bedient sich Rickli diesem sonst kaum zu sehenden Neben-, respektive Abfallprodukt; er stellt es in einen neuen Kontext und legt das ästhetische und narrative Potential des sonst ausschliesslich unter naturwissenschaftlichen Prämissen betrachteten und in Form von Tabellen oder Diagrammen publizierten Materials frei. Im Ausstellungsraum präsentiert lenkt Rickli den Blick auf diese Weise auf die materiellen und ästhetischen Bedingungen wissenschaftlicher Forschung gleich wie auf medientheoretische und kunsthistorische Fragestellungen.
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Grundlage für Hannes Ricklis Videogramme bildet das audiovisuelle Material, das in biologischen Laboratorien in Verhaltensexperimenten mit Fischen oder Insekten mit Hilfe von Mess-, Steuer- und Kontollapparaturen erzeugt und aufgezeichnet wird. Nach der naturwissenschaftlichen Auswertung findet dieses Material gemeinhin keine Verwendung mehr und verschwindet als Überschuss aus der gewöhnlichen Zirkulation der Bilder. Für seine künstlerischen Arbeiten bedient sich Rickli diesem sonst kaum zu sehenden Neben-, respektive Abfallprodukt; er stellt es in einen neuen Kontext und legt das ästhetische und narrative Potential des sonst ausschliesslich unter naturwissenschaftlichen Prämissen betrachteten und in Form von Tabellen oder Diagrammen publizierten Materials frei. Im Ausstellungsraum präsentiert lenkt Rickli den Blick auf diese Weise auf die materiellen und ästhetischen Bedingungen wissenschaftlicher Forschung gleich wie auf medientheoretische und kunsthistorische Fragestellungen.
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labor 2: Indirekte Erfahrungen. Ein Projekt aus dem Journal für Kunst, Sex und Mathematik
21. April – 22. Mai 2011
In labor 2 steht mit dem Projekt Indirekte Erfahrungen eine sich noch im Prozess befindende Forschungssituation im Zentrum (Projektdauer: Aug. 2010–11). Im Unterschied zu konventionellen Projekten ist der Forschungsprozess an sich jederzeit sicht- und nachvollziehbar: Im Blog Journal für Kunst, Sex und Mathematik (www.journalfuerkunstsexundmathematik.ch) publizieren die drei Kunstschaffenden Judith Albert, Barbara Ellmerer und Yves Netzhammer sowie der Medientheoretiker und Projektleiter Nils Röller laufend ihre Arbeiten. Der Blog wird nicht mehr nur als Kommunikationsplattform genutzt, sondern ist Forschungsinstrument und nimmt innerhalb des Projekts eine zentrale Stellung ein.
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labor 1: Linda Herzog
12. Februar – 3. April 2011
Die in Berlin lebende Schweizer Fotografin Linda Herzog präsentiert unter dem Titel Warum ist das Leben nicht schön? erstmals die im Kontext ihres Forschungsprojekts Parallel (Arbeitstitel, seit 2008) entstandenen Fotografien. Die in Berlin entstandenen Bilder zeigen Szenen aus dem Leben von Menschen mit türkischem Migrationshintergrund und nähern sich dem an, was üblicherweise unter dem Begriff 'Parallelgesellschaft' verstanden wird.
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