Foto: Joel Tettamanti

Geschichte einer Sammlung


In den 1940er Jahren bemühten sich der Kunstmaler Alfred Glaus, Alt-Gemeinderat Fritz Lehner und Alt-Stadtpräsident Paul Kunz für das damals vorhandene städtische Kulturgut einen geeigneten Ausstellungsort zu finden. Im Sommer 1948 wurde eine Kunstkommission unter dem Vorsitz von Fritz Lehner gewählt, die Alfred Glaus mit der Ordnung, Instandstellung und Leitung der Sammlung betraute. Seit 1949 ist das Kunstmuseum Thun im ehemaligen Grandhotel Thunerhof beheimatet, im Stadtzentrum direkt an der Aare. Das Gebäude wurde als erstes Luxushotel der Stadt in den 1870er Jahren von Adolphe Tièche erbaut.

Grundstock der Sammlung

Grundstock der Sammlung bildete eine Reihe von Gemälden, die aus den verschiedenen Abteilungen der städtischen Verwaltung stammten. Ein umfangreicher Bestand an grafischen Blättern kam als Geschenk des Landammanns Carl Friedrich Ludwig Lohner ins Museum. Später folgte eine Sammlung von Thuner Veduten (vorwiegend Schweizer Kleinmeister) sowie Handzeichnungen und grafische Werke des Thuner Malers Werner Engel. Das beachtliche Werk des Malers Fred Hopf konnte als Nachlass erworben werden.

Private Schenkungen

Private Schenkungen ergänzten die Sammlung: 1950 und 1956 schenkte Hans Lüthi-Hefti als erster Donator in Thun Teile seiner Sammlung. 1957 übergab Alfred Glaus dem Museum sein vollständiges lithographisches Werk, und 1990 wurde das Kunstmuseum durch die Erben des Malers erneut beschenkt. 1959 folgten die ersten Leihgaben des Bundes, später kamen auch Geschenke der Kunstschaffenden hinzu. Der Förderverein des Kunstmuseums Thun ermöglichte seit seiner Gründung 1959 zahlreiche Erwerbungen. Hinzu kamen Depositen und Schenkungen von Karl Geiser und Ernst Morgenthaler (1971), Karl und Ruth Stauffer (1972), Olga und Ruth Mayser (1976), Victor Surbek und Marguerite Frey-Surbek (1977/81), Rudolf Mumprecht (1981) und vielen anderen.

Schwerpunkt
Neben repräsentativen Beständen von Schweizer Kleinmeistern (Lory, Aberli, Lafond, Wocher, Weibel u.a.) besitzt das Kunstmuseum Thun interessante Arbeiten Schweizer Kunstschaffender des 19. und 20. Jahrhunderts. Darunter finden sich Künstler wie Ferdinand Hodler, Cuno Amiet, René Auberjonois, Paul Klee, Otto Morach, Johannes Itten, Alfred Glaus, Otto Nebel, Varlin und Meret Oppenheim. Ein weiterer Schwerpunkt der Sammlung bilden Werke der Schweizer Pop Art und des Fotorealismus. Die Sammlung wird zudem laufend mit Werken zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstlern erweitert wie zum Beispiel Balthasar Burkhard, Karim Noureldin, Claudia & Julia Müller oder Lutz/Guggisberg.

Ankäufe von Kunstschaffenden aus der Region verleihen der Sammlung einen besonderen Charakter. Die monochromen Arbeiten von Peter Willen (*1941) oder die Fotografien der jungen Thuner Künstlerin Chantal Michel (*1968) gehören unter anderem zu den Höhepunkten der über 5000 Werke umfassenden Sammlung.

Das Kunstmuseum Thun zeigt seine Sammlung nicht in einer permanenten Ausstellung.