Menu

Jenseits des Panoramas
Zur Konstruktion von Landschaft

Philipp Gasser, Neuer Schnee, 2018, Videostill, Courtesy: Philipp Gasser

Der Panorama-Berg der Genfer Landesausstellung von 1896 - mit Ferdinand Hodler im Vordergrund. (Institut Lumière, Lyon, Film Nr. 312: Fete au village)

Gary Beydler, Hand Held Day, 1974, Still, Courtesy: Light Cone (Paris) & Gary Beydler

30. Juni – 29. November 2020

jenseitsdespanoramas.ch

Die Sonderausstellung wird um eine weiter Saison verlängert.

Wie konstruierte Marquard Wocher die Landschaft des Panoramas von Thun, um uns die Illusion zu vermitteln, wir blickten über die Dächer auf Stadt und Berge? Anhand einer Analyse im Vergleich von Bild und Luft-Aufnahmen mit neuster Medientechnologie werfen wir einen neuen Blick auf das Panorama, dieses Medium, das gegen Ende des 19. JH. seine Hochblüte erlebt. Gleichzeitig kommen damals die ersten Filme auf: wir zeigen zwei neu erforschte Filme der Gebrüder Lumière, die Erfinder des „Cinématographe“, wo das Spiel mit der Illusion in konstruierter Landschaft auf neue Art inszeniert wird. Muntere Szenen ländlichen Lebens spielen sich vor eindrücklicher Bergkulisse ab. Doch der Schein trügt: tatsächlich sehen wir das „Village Suisse“ der Landesausstellung in Genf von 1896, mit riesigem Kunstberg inklusive Wasserfall und minutiös orchestriertem, buntem Treiben. Im Kunstberg selbst verbirgt sich das spektakuläre Panorama der Berner Alpen, von dem heute nur noch eine Maquette erhalten ist. Im Kontext der Lumière-Filme ergibt sich ein neuer Blick auf das heute als „Aeschi-Panorama“ bekannte Bild. Die Ausstellung untersucht, wie jenseits des Panoramas die Medien Film, Video und digitale Kunst die Möglichkeiten zur Darstellung von Landschaft neu ausloten. Werke von Gary Beydler, Rémy Zaugg/René Pulfer und Philipp Gasser treffen dabei auf ein anaglyphes Video zur Rekonstruktion einer Stadtlandschaft von 1896.

Das Kunstgebirge des Village Suisse der Landesausstellung in Genf 1896 im Bau. 
(Foto: Fred Boissonnas. Centre d’iconographie de la Bibliothèque de Genève)

Die Ausstellung wurde kuratiert von Simone Büsch-Küng, wiss. Mitarbeiterin am Kunstmuseum Thun,  Hansmartin Siegrist, David Bucheli und Andreas Weber (Projekt Digital Literacy and Early Swiss Cinema), Seminar für Medienwissenschaft (Universität Basel), in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel (FHNW), Andreas Wenger, Institut Innenarchitektur und Szenografie und dem französischen Centre national du cinéma et de l’image animée (CNC), mit freundlicher Unterstützung der Gebert Rüf Stiftung.

Lehrerdokumentation