Menu

Golden Days. Francis Baudevin, Dominik Stauch featuring Daan Van Golden

Ausstellungsansicht Golden Days 2012, Foto: Dominique Uldry

Ausstellungsansicht Golden Days 2012, Foto: Dominique Uldry

Ausstellungsansicht Golden Days 2012, Foto: Dominique Uldry

Ausstellungsansicht Golden Days 2012, Foto: Dominique Uldry

12. Februar – 9. April 2012

Kunstmuseum

Golden Days zeigt Werke der beiden Schweizer Künstler Francis Baudevin (geboren 1964 in Bulle, lebt und arbeitet in Lausanne) und Dominik Stauch (geboren 1962 in London, lebt und arbeitet in Thun). In der Thuner Ausstellung treten die beiden Künstler zum ersten Mal gemeinsam auf und entwickeln einerseits neue Werke für die Ausstellung und adaptieren andererseits bestehende ältere Werkgruppen an die Räumlichkeiten des Museums. Einen Teil der Räume bespielen die beiden Künstler gemeinsam und treten so in einen direkten Dialog.

Einige Gemeinsamkeiten verbindet das Werk der beiden Künstler: Beide haben Grafik studiert bevor sie als bildende Künstler wirkten, beide beziehen sich in ihrer Arbeit stark auf die Gestaltung von Alltagsobjekten und auf deren spezifischen Codes und Erscheinungsformen in den Medien und Subkulturen. Eine weitere wichtige Referenz für beide Künstler stellt zudem die Musik dar. In den Werken finden sich immer wieder Verweise auf Musikbewegungen; vom Rock-n-Roll der 60er-Jahre, über 70er-Jahre Punk bis hin zur New Wave Bewegung in den 80ern. Francis Baudevin benutzt für seine abstrakten und geometrischen Farbkompositionen auf Leinwand oder direkt auf die Wand Logos von bekannten Medikamentenverpackungen, Konzernen, Musiklabeln oder Plattencovers. Domink Stauch schafft in seiner Arbeit durch den Medienmix von Video, Fotografie, Malerei, Zeichnung, gefundenen Bilden und Skulpturen eine dichte Welt mit Referenzen aus der Kunst- als auch der Musikgeschichte. In seinen Raum- und Videoinstallationen bestimmt der Sound den Rhythmus der Bildessequenzen.

Als Scharnier zwischen den Ideenwelten der beiden Künstler präsentiert das Kunstmuseum die 72-teilige Arbeit Golden Years von Daan Van Golden (geboren 1936 in Rotterdam). Der niederländische Künstler hat für jedes Jahr von seinem Geburtsjahr an bis zum seinem 70. Geburtstag (2006) je ein Bild aus der Tageszeitung ausgewählt. Die Bilder wurden vom Künstler nach rein subjektiven und ästhetischen Kriterien auserkoren und stellen teilweise grosse geschichtliche Ereignisse dar, aber auch kleine Gegebenheiten oder bekannte Persönlichkeiten. Das Konvolut bildet ein faszinierendes Abbild der westlichen Kultur der letzten 70 Jahre und zeigt oft Bilder, die sich in das kollektive Gedächtnis dieser Zeitspanne eingeschrieben haben. Die Zeitungsausschnitte werden in chronologischer Reihenfolge auf einem neutralen grauen Hintergrund präsentiert und erlauben so dem Betrachter eine faszinierende Zeitreise durch die letzten 70 Jahre

Francis Baudevin
Die Malereien des in Lausanne lebenden Künstlers Francis Baudevin basieren seit den 1980er-Jahren hauptsächlich auf vorgefundenen Grafiken, welche für die unterschiedlichsten Produkte entwickelt wurden: Medikamente, Kleidungsmarken, Logos für Grosskonzerne oder auch Plattencovers. Diese abstrahiert er soweit, dass obwohl er die bestehenden Muster und Farben nicht verändert, die ursprüngliche Herkunft nicht mehr sofort ersichtlich ist. Die Malereien zeigen flächige geometrische Figuren in oftmals knalligen Farbenkombinationen. Die Formen und Farben rufen jedoch Erinnerungen in uns wach, die wir ohne die dazugehörigen Schriftzeichen und durch die veränderte Grösse oftmals nicht mehr sofort zuordnen können. Häufig verweisen nur die Namen der Gemälde auf den Ursprung der abstrakten Formen und Farben. Die Logos grosser globaler Konzerne und deren Farben haben ursprünglich den Zweck Identität zu stiften und den Marken so zu einer internationalen Wiedererkennung zu verhelfen. Durch die von Francis Baudevin umgesetzte Abstraktion der Zeichen, verlieren diese Ihre Erkennbarkeit, verweisen aber trotzdem noch auf die dahinterliegenden Marktstrategien.

Dominik Stauch
Der Thuner Künstler Dominik Stauch arbeitet mit den verschiedensten Medien: Malerei, Computer-Animationen und Installationen. Neben Ölfarben und animierten Pixeln benutzt er auch gefundene Bilder und Gegenstände aus der Alltagswelt. Er verfremdet Möbel und Teppiche zu Skulpturen, arbeitet mit Bildern aus den Medien und der Popkultur. Letztere verändert er durch minimale Eingriffe, zum Beispiel vergrössert er diese so stark, dass das Bildraster als geometrisches Muster in den Vordergrund tritt. Die verschiedenen Medien und Bilder kombiniert er in immer wieder neuen Zusammenhängen zu einem stimmigen Ganzen. Seine Videos bestechen einerseits durch klar durchdachte geometrische Bilder, andererseits durch ihre einfachen und reduzierten Formen. Seine animierten Bilder werden oft von einer Tonspur begleitet, wie eigenen Kompositionen oder bekannten Melodien, die auf die Musikgeschichte verweisen.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog (d/e) im Kehrer Verlag mit zahlreichen Abbildungen und Beiträgen von u.a. Susanne Bieri, Paul Young, Caroline Soyez-Petithomme, Emmanuel Grandjean, Siri Peyer und einem Interview von Helen Hirsch mit beiden Künstlern.

Mit grosszügiger Unterstützung von:
Pro Helvetia, Schweizer Kulturstiftung / OERTLI Stiftung