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online 1: !Mediengruppe Bitnik

Ausstellungsansicht Online 1 2010

6. Februar – 11. April 2010

Projektraum Enter

Die rasante Entwicklung von Computer- und Internettechnologie hat die Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten entscheidend geprägt. Auch Künstler machen sich die neuen Technologien zu Nutze. Sie verwenden diese für ihre Werke und reflektieren kritisch die technologische Entwicklung und ihre Auswirkungen. Im Rahmen von Sitemapping fördert das Bundesamt für Kultur (BAK) die Realisierung und Vermittlung von innovativer Medienkunst in der Schweiz.

In Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Kultur (BAK) werden im Projektraum enter unter dem Titel online fünf der in den letzten Jahren von Sitemapping geförderten Projekte vorgestellt. Die Ausstellungsreihe hat zum Ziel, neue Medienkunst, die sonst meist nur an spezialisierten Festivals zu sehen ist, für einmal im Museum zu präsentieren.

In der ersten Ausstellung von online stellt sich die Künstlergruppe !Mediengruppe Bitnik mit Opera calling vor.

Die erste Ausstellung der Reihe online bestreitet das Künstlerkollektiv !Mediengruppe Bitnik aus Zürich (www.bitnik.org). Zum Thema Hacking erarbeitete es ein installatives Projekt, mit dem die Strategie des Hackens zum Inhalt künstlerischer Produktion wird. Unter dem Titel Appropriate – manipulate – feedback! entstand eine mehrteilige Arbeit, die als work in progress im Cabaret Voltaire in Zürich erarbeitet wurde.
Für die Arbeit Opera Calling haben die Künstler eine Virenstrategie übernommen. Zwischen März und Mai 2007 übertrugen im Zuschauerraum versteckte Wanzen die Vorstellungen des Zürcher Opernhauses an zufällig ausgewählte Zürcher Telefonanschlüsse. Im Stile eines Hauslieferdienstes wurden die Einwohner und Einwohnerinnen von Zürich live in den Zuschauerraum verbunden und konnten so lange wie sie wollten in die laufende Vorstellung hineinhören. Insgesamt wurden über 90 Stunden Live-Oper an 4363 Haushalte ausgesendet. Was die Hörenden allerdings nicht wussten, ist, dass sie mit dem Anruf selbst ausgehorcht und alles, was sie während dem Telefonat äusserten, aufgezeichnet wurde.
Das aus dieser Aktion entstandene und überarbeitete Material wird nun im Kunstmuseum Thun als Videoprojektion präsentiert.