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Sammlung

Yann Gross, Le Gorille, aus der Serie: Horizonville, 2005
Kunstmuseum Thun

Claudia & Julia Müller, Eurobilder (New York), 1998
Kunstmuseum Thun

Johann Niklaus Schiel, Schloss Thun mit Rebberg, 1782, Sammlung P.F. Hofer, Depositum Vereinigung ehemaliger Thuner Prögeler, Foto: Christian Helmle

Adolf Wölfli, ohne Titel, um 1916, Schenkung Victor Surbek und Marguerite Frey-Surbek, Foto: Christian Helmle

Das Kunstmuseum Thun verfügt über eine breite Sammlung an Kunstwerken, die aus einem Grundstock der städtischen Sammlung sowie privaten Schenkungen besteht. Die Schwerpunkte liegen auf Schweizer Pop Art, Landschaften, Grafiken sowie Werken regionaler Künstlerinnen und Künstler. In der Sammlung vertreten sind repräsentative Bestände von Schweizer Kleinmeistern (bspw. Lory, Aberli, Lafond oder Wocher), Arbeiten Schweizer Kunstschaffenden aus dem 19. und 20. Jahrhundert (bspw. Ferdinand Hodler, Cuno Amiet, Paul Klee und Meret Oppenheim) sowie Werke zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler (bspw. Yann Gross, Balthasar Burkard, Karim Noureldin, Claudio Moser, George Steinmann). Teile der Sammlung werden jährlich in unterschiedlichen Kontexten eingebettet und in einem Dialog mit zeitgenössischem Schaffen ausgestellt. Die eigene Sammlung wird nicht permanent gezeigt. Die inzwischen rund 7000 Werke umfassende Sammlung verbleibt die meiste Zeit über im Depot, einem geheimen, nicht zugänglichen Ort.
Neben jährlichen Ankäufen wird unsere Sammlung durch Schenkungen und Nachlässe ergänzt, die inzwischen mehr als die Hälfte des Bestandes ausmachen. Das grösste Werk der Sammlung ist das Rundbild Panorama von Thun (1809–1814) von Marquard Wocher (1760–1830), das im Thun-Panorama zu sehen ist. Das älteste erhaltene Rundbild der Welt hat eine Fläche von 285m2. 187‘500 Mal kleiner ist das winzigste Werk der Sammlung: Kopfstudien (o. D.) von Stefano della Bella (1610–1664) misst nur 1,9 x 8 cm.

Es gibt Richtlinien, die besagen, was gesammelt werden soll. Die Sammlung wird im Gegensatz zu den Anfängen nach strengeren Ansätzen aufgebaut, beispielsweise müssen die Kunstschaffenden einen lokalen oder nationalen Hintergrund haben. Allerdings sind etwa 45% unserer Kunstschaffenden keine Schweizer. Dies ist auf das grosse Werkkonvolut zurückzuführen, welches als Grundstock in die Sammlung kam. In der Sammlung Lohner stammen beispielsweise viele Arbeiten aus Italien, Frankreich oder den Niederlanden. Wenige Ausnahmen gibt es auch heute noch, so kam 2011 eine Lithografie des Belgiers Hans op de Beeck als Schenkung anlässlich seiner Ausstellung im Museum zu uns.

Schwerpunkt Landschaft

Reto Camenisch, Niesen, 2001–2002, Kunstmuseum Thun

Gottfried Tritten, Berg lV, 1984, Kunstmuseum Thun

Otto Morach, Gebirgslandschaft mit dunkeln Tannen, 1913, Kunstmuseum Thun, Depositum Förderverein Kunstmuseum Thun

Max Matter, Matterhorn-Projekte, 1970, Kunstmuseum Thun, Dauerleihgabe Rudolf Jäggli

Der Schwerpunkt «Landschaft» in der Sammlung kommt nicht von ungefähr: Die Umgebung von Thun mit Bergen und See prägt seit jeher das Kunstschaffen vor Ort und so scheint es naheliegend, sich verstärkt diesem Thema zu widmen. Das am meisten vertretene Sujet in der Sammlung ist der Niesen, der mit seiner besonderen und markanten Form den typischen Berg verkörpert. 1998 fand die Ausstellung Der Niesen. Ein Berg im Spiegel der Kunst statt und begeistert mit 12’280 Besucherinnen und Besuchern ein zahlreiches Publikum. Der Berg ist bei unterschiedlichen Künstlerinnen und Künstlern aus der Region vertreten, u.a. bei Gottfried Tritten (1923–2015), der auch als «Niesen-Maler» bekannt ist, Reto Camenisch (*1958), Béatrice Hofer-Gysin (1946–2016) oder Bendicht Friedli (1930–2014). Auch der erste Konservator Alfred Glaus (1890–1971) malte immer wieder den Niesen, die Stockhornkette, die Nünnenen und den Gantrisch. Fasziniert von der detaillierten Darstellung von Gesteinsformationen und Felsstrukturen wird Glaus nicht umsonst als Bergmaler bezeichnet. In der Sammlung präsent sind unter anderem auch etliche Veduten – kleinformatige und detailgetreue Ansichten von Landschaften – , die Thun und seine Umgebung sowie das Berner Oberland abbilden.

Schwerpunkt Pop Art

Margrit Jäggli, Telefonkabine, 1966, Dauerleihgabe Kunstsammlung des Kantons Bern, Foto: Christian Helmle

Emilienne Farny, Avenue du Maine, 1962–1972, Kunstmuseum Thun

Werner Ritter, Volkswagen, 1965, Kunstmuseum Thun, Foto: Christian Helmle

Peter Stämpfli, Gala, 1974, Schenkung des Künstlers, Kunstmuseum Thun

Ende der 1970er-Jahre wurde ein Schwerpunkt auf Schweizer Pop Art gesetzt. Er habe die Kunstkommission für diese Kunstströmung begeistern können, erzählt der damalige Direktor Georg J. Dolézal. Diese künstlerische Bewegung war zu dieser Zeit in Thun noch relativ unbekannt. Die aus dem angelsächsischen Raum stammende Kunstströmung setzte sich vor allem in den 1960er- und 1970er-Jahren international durch und beeinflusste auch das damalige Schweizer Kunstschaffen. Stilistische Elemente wie Abstraktion und der Fokus auf Symbolhaftes sowie das Aufgreifen von Werbesujets und Konsumentenobjekten verbinden die Werke. In unserer Sammlung befinden sich auch Dank des Förderfonds einige wichtige Pop-Art-Werke von Schweizer Kunstschaffenden. Besonderen Gefallen hatte der Direktor George J. Dolézal an Volkswagen (1965) von Werner Ritter (*1933). Es ist das erste Werk des Künstlers, das ein Automobil zeigt, ein vielfach aufgegriffenes Sujet der Pop Art. Zu den bedeutendsten Künstlern der Schweizer Pop Art, die in unserer Sammlung vertreten sind, zählen bestimmt Samuel Buri (*1935), René Myrha (*1939) und Peter Stämpfli (*1937). Auch Künstlerinnen wie Emilienne Farny (1938–2014) oder Margrit Jäggli (1941–2003) liessen sich in den 1960er-Jahren von der Pop Art beeinflussen. Neben ihrer künstlerischen Tätigkeit hat Jäggli zusammen mit ihrem Mann Rudolf Jäggli auch Pop Art gesammelt, wovon sich zentrale Werke als Dauerleihgabe nun in der Sammlung des Kunstmuseums Thun befinden. Zudem kamen zu dieser Zeit auch Werke namhafter Pop-Art-Künstler aus dem Ausland in die Sammlung, u.a. von Allen Jones (*1937) oder Roy Lichtenstein (1923–1997). Das Thema Pop Art wurde schliesslich in unterschiedlichen Ausstellungen aufgegriffen – nach Swiss Pop (2006) unter der Leitung von Madeleine Schuppli zum letzten Mal 2011 mit Davide Cascio und Peter Stämpfli: James Bond & Pin-ups durch Helen Hirsch.

Vorgeschichte

Werner Engel, Strandbad und Niesen, 1931, Depositum Förderverein Kunstmuseum Thun, Schenkung Francis Engel, Foto: Christian Helmle

Karl Geiser, Morgenthaler, 1940–42, Schenkung E.A. Meyerhofer, 1972, Foto: Christian Helmle

Wochers Panorama von Thun, 1811, Kunstmuseum Thun

Während Mitte der 1940er-Jahre noch Fliegeralarme und Gasrationen den Alltag in Thun bestimmten, forderte der Kunstmaler Alfred Glaus kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges in einem Leserbrief im Oberländer Tagblatt die Errichtung einer öffentlichen Kunstsammlung. Glaus war der Ansicht, dass man den Mut haben müsse, etwas Ganzes und Endgültiges zu schaffen und richtete sich an den Thuner Gemeinderat. Dabei verwies er auf bereits existierende städtische Sammlungen, wie Olten oder Aarau. 1948 wurde eine Spezialkommission (später KobiK genannt) ins Leben gerufen, die im Juni zum ersten Mal gemeinsam tagte. Während in der Stadt tausende Zuschauer dem Etappensieger der Tour de Suisse Ferdy Kübler zujubelten, erschaffte die fünfköpfige Kommission die Grundzüge der städtischen Sammlung und setzte Glaus als ersten Konservator ein. Als Grundstock dienten Werke, welche bereits im Besitz der Stadt sind. Dazu gehörten Malereien, die in den Büroräumlichkeiten der Stadtangestellten hängten und Schenkungen, etwa die von Carl Friedrich Ludwig Lohner, welcher der Stadt bereits 1837 seine graphischen Blätter übergab. Dazu kamen eine Kollektion von Thuner Veduten sowie einige Mappen des verstorbenen Malers Werner Engel. Gleichzeitig beschloss die Kommission, gezielt Werke von lokalen Kunstschaffenden anzukaufen, was an der ersten Weihnachtsausstellung im selben Jahr getan wurde.

Anfänge

Helene Pflugshaupt, Damengesellschaft, vorwiegend in weiss, 1965, Kunstmuseum Thun, Foto: Christian Helmle

Während im Untergeschoss des Thunerhofs das Museum Einzug hielt, bezogen im Dachstock die drei Künstler Willi Waber (1915–1999), Knud Jacobsen (*1928) und Fritz Bütikofer (1903–1991) für 10 Franken im Monat ihre Ateliers. Obwohl jeder seinen eigenen Stil pflegte, sind Ähnlichkeiten in der Auswahl ihrer Sujets zu finden, die der wunderbare Ausblick ihrer Ateliers bot: Kirche, Schloss sowie Landschaft mit See. 1953 wurde das Künstlerhaus Freienhofgasse 7 gegründet. Etienne Clare (1901–1975), Hans Ittig (1924–2014), Knud Jacobsen und Paul Gmünder (1891–1984) blieben 25 Jahre lang eine Ateliergemeinschaft. Gemeinsam pflegten sie einen regen künstlerischen Austausch und unternahmen Ausflüge, zum Beispiel nach Oschwand zu Cuno Amiet (1868–1961). 1958 eröffneten die Künstler zusammen mit Roman Tschabold (1999–1990) und Emil von Gunten die erste Galerie in Thun; die Galerie Aarequai.
Im Museum endete 1954 das ehrenamtliche Engagement des ersten Museumskonservators Alfred Glaus, vier Jahre später schenkte dieser der Sammlung sein gesamtes lithografisches Werk. Paul L. Ganz übernahm die Leitung des Museums. Zu seiner Zeit wurde die längst fällige Restaurierung des grössten Sammlungswerks Panorama von Thun (1809–1814) umgesetzt. 21 Jahre war Ganz für die Betreuung der Kunstsammlung verantwortlich und erweiterte diese um über 600 Werke. Mit dem Ziel, die Sammlung des Museums mit finanziellen Beiträgen zu unterstützen, wurde 1959 schliesslich die Vereinigung Freunde der Kunstsammlung Thun (heute Förderverein Kunst für Thun) gegründet.
In den Anfängen des Museums tauchen in den Unterlagen nicht viele Namen von Künstlerinnen auf. In den ersten fünf Jahren stellten insgesamt 13 Künstlerinnen in Gruppenausstellungen aus. Wobei Unika Sabina Maler (1914–1991) und Helene Pflugshaupt (1894–1991) zwei- bzw. dreimal an Ausstellungen teilnahmen. Pflugshaupt beschloss schon mit 16 Jahren, dass sie Künstlerin werden würde. Ab 1959 lebte sie 30 Jahre lang in Thun und wurde durch ihre Darstellungen von Menschen bekannt.

1970er-Jahre

Hugo Schuhmacher, Fahrt ins Grüne (gelb), 1976, Kunstmuseum Thun

Ende der 1970er-Jahre entstand unter der Leitung von Georg J. Dolézal ein neuer Sammlungsschwerpunkt im Museum: Pop Art, eine aus dem angelsächsischen Raum stammende Kunstströmung der 1960er-Jahre. 1980 wurde der Einfluss von Pop Art in der Schweiz durch die Ausstellung Pop Art und verwandte Strömungen in der Schweiz erstmals thematisiert und fand grossen Anklang. Währenddessen fanden in den Gassen Thuns Kunstaktionen statt: 1972 gab es in über 50 Schaufenstern der Hauptgasse eine Ausstellung, mit Werken von 27 Kunstschaffenden aus Thun und Umgebung, darunter Arthur Loosli (*1926), Etienne Clare (1901–1975) oder Helene Pflugshaupt (1894–1991). Daraus entstand eine gemeinsame Kunstmappe, die der Hauptgassleist (entspricht dem Quartierverein) zwei Jahre später dem Museum übergab. Eine tragende Person im Thuner Kunstleben war der Buchhändler und Unternehmer Markus Krebser: 1979 veranlasste er eine Strassenaktion, in welcher Knud Jacobsen (*1928) vor Publikum sechs Holzschnitte mit Thuner Ansichten anfertigte.
In den 1970er-Jahren kamen weiter grosse Schenkungen in die Sammlung. Anlässlich einer Ausstellung überliess beispielsweise das Künstlerehepaar Fred Stauffer (1892–1980) und Ruth Stauffer (1985–1974) dem Kunstmuseum insgesamt 46 Werke. Vier Jahre später übergab Fred Stauffer dem Museum weitere 34 Werke von ihm und seiner inzwischen verstorbenen Gattin. Augenfällig ist ausserdem das Volumen der Werke von Hans Gerber (1910–1978), das bestehend aus rund 356 Zeichnungen, Skizzen und Collagen als Nachlass in sechs Teilen ins Museum gelangte.

1980er-Jahre

Ab 1979 fand im Kunstmuseum Thun die Reihe Thuner Ausstellungen statt, um verstärkt das regionale Kunstschaffen zu fördern und die hauseigene Sammlung zu präsentieren. Zur ll. Thuner Ausstellung (1980) wurde erstmals die junge Generation ins Kunstmuseum eingeladen. Diese Ausstellung bot den Nährboden für die zukünftige Mühle-Gruppe, die von 1982–1986 die leer stehende Mühle zwischennutzen konnte. Die alte Stadtmühle bot riesige Räume und inspirierte die Kunstschaffenden zu installativen Arbeiten. Die ersten Eindrücke und Empfindungen der Gruppe wurden in der Weihnachtsausstellung 1983 ausgestellt, wobei eine künstlerische Aktion an der Vernissage für einen medialen Skandal sorgte.
Mit der Schlagzeile «Millionengeschenk für die Kunstsammlung der Stadt Thun» berichtete das Thuner Tagblatt 1982 über das Vermächtnis von Victor Surbek (1885–1975) und Marguerite Frey-Surbek (1886–1981). Ihre ganze Kunstsammlung, in welcher 108 nationale und internationale Kunstschaffende sowie sechs eigene Bilder vertreten sind, wurde dem Museum 1982 übergeben. Mit dieser Schenkung kommen Werke namhafter Persönlichkeiten in die Sammlung, wie etwa Pablo Picasso (1881–1973) mit zwei Druckgrafiken. Anfangs der 1980er-Jahre wurde dem Museum zudem der gesamte Nachlass des Berner Künstlers Alexander Müllegg (1904–1982) übergeben. Das Testament von Müllegg hat dem Kunstmuseum freie Hand im Umgang mit dem umfassenden Werkarsenal gewährt, wobei 438 Werke ausgewählt und aufgenommen wurden.
Mitte der 1980er-Jahre starb die bekannte Künstlerin Meret Oppenheim (1914–1985) als Idol der Kunstwelt. In den 1960er-Jahren lebte und arbeitete sie in Oberhofen und hat in dieser Zeit mehrmals an Weihnachtsausstellungen im Museum ausgestellt. Unser einziges Gemälde von ihr ist Wolken über Kontinent (1964), eine seit 1966 bestehende Dauerleihgabe des Kantons Bern. Es gehört zu den meist ausgeliehenen Werken der Sammlung. 1984 bekam die Sammlung einen neuen Namen: Sie wurde von «der städtischen Kunstsammlung» in «Kunstmuseum Thun» unbenannt.

1990er-Jahre

Rainer Eisch, Roller, 1995, Kunstmuseum Thun

Die Wirtschaftskrise in Thun führte dazu, dass in den 1990er-Jahren den Künstlerinnen und Künstlern viele günstige Räumlichkeiten zum Arbeiten und Wohnen zur Verfügung standen. Seit 1994 arbeitete eine Gruppe von Kunstschaffenden «im Baumgarten», in der ehemaligen Küche des Hotels Baumgarten, u.a. Christian Helmle (*1952), Paul Le Grand (*1949), Wilfried (*1964) und Anne-Gabrielle von Gunten (*1954) sowie Dominik Stauch (*1962). Sie alle zogen später ins Atelierhaus Thun. Das kulturelle Leben fand im «Kulturbahnhof», im Keller der Hoffmann Fabrik und im «alten Kühlhaus» statt. Ab 1994 standen die Hallen der ehemaligen Metallwerke Selve AG leer und wurden von Kunstschaffenden zwischengenutzt. Im ehemaligen Hotel Beaurivage fand die Ausstellung Heartbreak Hotel statt und erntete landesweit ein grosses mediales Echo. Auch das Internet hielt Einzug in die Arbeitsweisen der Kunstschaffenden: Der erste Apple-Shop in Thun bot Neugierigen die Möglichkeit, die aktuellsten Versionen von Videoschnitt- oder Internetprogrammen auszuprobieren und wurde schnell zu einem Treffen für diejenigen, die sich für die neuen Medien interessierten. Diese reizten besonders auch die Künstlerinnen. Noch nicht von der männlichen Tradition vorbestimmt, entstanden viele Arbeiten, die sich auf verspielte oder schmerzhaft anmutende Art mit dem eigenen Frausein beschäftigten, wie etwa Arbeiten von Chantal Michel (*1968).
Zwischenzeitlich wurde das Museum 1996 von einem Kunstdieb aufgesucht: 48 Jahre lang waren wir im Besitz von Albrecht Dürers (1471–1528) Radierung Die Kanone (1518). Auch heute fehlt noch jede Spur dieses Werkes. Es gehörte zum Konvolut des Schenkgebers Lohner, welches 1837 in die städtische Sammlung kam. 1998 feierte das Kunstmuseum sein 50-jähriges Bestehen – rund 1000 Gäste zelebrierten gemeinsam das Jubiläum.

Gegenwart

Julia Steiner, o.T., 2014, Kunstmuseum Thun

Die Ateliers in den leer stehenden Industriearealen lösten sich in Folge von baulichen Umstrukturierungen nach und nach auf. Für die Verankerung der Kunstschaffenden in Thun ist gegenwärtig bestimmt das um 2004 gegründete Atelierhaus an der Uttigenstrasse 27 von grosser Wichtigkeit. Mit rund 14 Kunstschaffenden sowie einem Architekten ist es mit wechselnden Belegungen ein lebendiger Betrieb. Das Haus bietet die Möglichkeit zum Austausch und zur Kontaktpflege. Auch die Nachlässe von Etienne Clare (1901–1975) und Willi Waber (1915–1999) befinden sich dort. Die in der Sammlung vorhandenen Editionen (2005 und 2014) zeugen von der jeweiligen Zusammensetzung der Kunstschaffenden im Haus.
Drei Jahre nach dem Ableben von Burkhard Hilty (1929–2015) übergab die Erbgemeinschaft Hiltys dem Museum 25 Werke. Das heutige Werkkonvolut ermöglicht es, unterschiedliche Schaffensweisen des Thuner Künstlers in der Sammlung vertreten zu sehen.
Viele Künstlerinnen und Künstler, die in Thun ihre Wurzeln haben, leben und arbeiten nicht mehr in der Stadt selbst. Dies zeigen die zahlreichen Eingaben der seit 2011 jährlich stattfindenden Cantonale Berne Jura.